Bericht zur Tour
Autor
Nina Schneider
Erstellt am
07.08.2025 21:35
Letzte Änderung
07.08.2025 21:35
Tourenbericht

Mit Bergführerin Barbara Lechner und Aspirantin Fiona Schläppi

Unsere Gruppe mit 5 Personen (eine war leider kurzfristig verhindert) startete bei bedecktem Himmel und auf den Abend angekündigtem Gewitter um 9 Uhr am Furkapass an der Haltestelle unter dem Bielenstaffel. Wir stiegen zur 2708 m hoch gelegenen hübschen Sidelenhütte auf, von wo wir nach einer kurzen Kaffeepause zum Schildkrötengrat aufbrachen. Wir überquerten den Grat mit drei Seilschaften, eine wurde vom Seilführer Beni Keller geführt. Auch die «Klagemauer» überwanden wir dank Schlingen und Sicherung. Wir bewunderten Schildkröte und Kamel und weitere Tierformationen in dieser wunderbaren Welt aus Granit mit vielen Quarzadern und kleinen Bergkristallen. Den rutschigen Abstieg brachten wir problemlos hinter uns und einige erfrischten sich danach im namenlosen Seelein unterhalb der Sidelenhütte. Auch blieb noch Zeit für Übungen im Klettergarten. Danach sorgten wir für unser leibliches Wohl dank dem feinen Nachtessen in der Hütte.
Der Montagmorgen startete grau und verregnet. Das geplante Tourenziel Galenstock musste schon im Vorfeld einem Plan B oder C weichen. Die nahen Gipfel waren frisch verschneit. Nach einer gemeinsamen Beratung entschied eine Gruppe, mit der Bergführerin Barbara über den Gletscher und Klettersteig durch die untere Bielenlücke in die Albert Heim Hütte zu gelangen. In der Höhe alles unter nassem Schnee und begleitet von Wind und Graupelschauer.
Die andere Gruppe wanderte mit der Aspirantin Fiona auf dem Nepali Treck zur Albert Heim Hütte. Dort starteten wir zur Lochberglücke auf blauweiss markiertem Pfad durch wunderbare Pflanzenwelten am Lochbergbach entlang bis zum 2814m hohen Einschnitt. Die Zeit, den Lochberg zu besteigen, reichte leider nicht mehr aus. So trafen wir uns mit der andern Gruppe gegen Abend in der Hütte.
Die für den nächsten Tag geplante anspruchsvollere und längere Tour auf das Gletschhorn, an dem nicht die ganze Gruppe teilgenommen hätte, musste in den frühen Morgenstunden des Dienstags ebenfalls neu geplant werden, da es um 04.00 Uhr morgens regnete. So kroch die Gruppe nochmals unter die Decke. Vor 06.00 Uhr hielt das Wetter, was Meteo versprochen hatte: der Regen hatte nachgelassen, der Fels trocknete. So starteten wir nun alle zusammen in Richtung Tiefenstock. Über eine wunderschöne Schwemmebene mit blühenden Frühligsenzianen, welche der Gletscher nach seinem Klima-bedingten Rückzug hinterlassen hatte, stiegen wir über Granitblöcke hoch zum Tiefengletscher, den wir bis zum Gletscherschrund problemlos durchquerten. Am Schrund erreichten wir gut gesichert mit einem akrobatischen Schritt den Klettersteig, den wir bis zum nördlichen Tiefensattel hochkletterten. Auf dem Sattel eröffnete sich der Blick auf den Rhonegletscher und die umliegenden Gipfel, die immer wieder von Wolkenschwaden eingenebelt wurden. Die letzten 200 Höhenmeter über Schnee und Blockgelände bis zum 3516m hohen Gipfel des Tiefenstockes sind leicht begehbar. Die Aussicht war wunderbar. Auf gleichem Weg und gut gesichert kehrten wir in die Albert-Heim Hütte zurück.
Am Mittwoch, unserm letzten Tourentag, stiegen wir von der Hütte ab und fuhren in den in einer Auenlandschaft gelegenen Klettergarten bei Gletsch. Das Wetter heiss und wolkenlos. Die Kletterrouten je nach Können eine Herausforderung, die Geduld der Bergführerinnen super, die technischen Instruktionen sehr hilfreich. Die Zukunft der Hochtouren, so erklärte Barbara, sei bei zunehmender Klimakatastrophe und dem damit verbundenen Schwinden der Gletscher
die Kletterei. Leider hat sie nur allzu Recht. Also ist Übung angesagt…
Noch aber genossen wir die Gletscherreste und die wunderbare Aussicht auf den Rhonegletscher. Herzlichen Dank unseren Bergführerinnen und an Beni Keller. Wir hatten eine tolle Gruppe und planen schon fürs nächste Jahr!!